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Steuerabzüge Schweiz: Alle Abzüge die du nutzen kannst

CasaFin · 20. Oktober 2026 · 8 Min Lesezeit

Jedes Jahr lassen Schweizer Steuerzahler Tausende Franken liegen, weil sie Abzüge vergessen. Der Arztbesuch im Januar, der Kurs im Juni, das Bahnbillett im September, die Brillenrechnung vom Optiker. Alles abzugsfähig, alles in einer Schublade vergessen.

Hier ist die komplette Liste aller Schweizer Steuerabzüge, mit konkreten Beträgen und Beispielen.

Berufsauslagen — die einfachsten Abzüge

Die meisten nutzen den Pauschalabzug für Berufsauslagen. In Zürich sind das 3% des Einkommens, minimum CHF 2'000, maximum CHF 4'000. Einfach, sauber, erledigt.

Aber wenn deine effektiven Kosten höher sind, kannst du diese stattdessen geltend machen:

Tipp: Du kannst nicht beides geltend machen — Pauschalabzug oder effektive Kosten. CasaFin berechnet beide und sagt dir, welcher höher ist.

Krankheitskosten — die vergessenen Abzüge

Krankheitskosten sind abzugsfähig, aber nur der Teil, der einen Schwellenwert übersteigt. In den meisten Kantonen sind das 5% des Nettoeinkommens für Kantonssteuern und 3% für Bundessteuern.

Was viele vergessen: Man muss die Schwelle nicht mit einer einzigen Rechnung erreichen. Man addiert alles zusammen:

Beispiel: CHF 300 Zahnarzt im Januar + CHF 500 Brille im Mai + CHF 2'400 Franchise im Jahr + CHF 800 Physio im Oktober = CHF 4'000. Wenn die Schwelle bei CHF 3'800 liegt, kannst du CHF 200 abziehen. Jeder Franken zählt.

Säule 3a — der grösste Hebel

Du kannst bis zu CHF 7'056 pro Jahr (Limit 2026) in die Säule 3a einzahlen. Jeder Franken reduziert dein steuerbares Einkommen. In Zürich sparst du bei mittlerem Steuersatz ca. CHF 800 bis 1'200 an Steuern.

Was viele nicht wissen: Du kannst mehrere 3a-Konten eröffnen. Nicht aus Spass, sondern für die Auszahlung. Bei der Auszahlung wird jedes 3a-Konto separat besteuert. Fünf Konten, über fünf Jahre ausgezahlt, bedeutet fünf tiefere Steuerstufen statt einer grossen.

Tipp: Wenn du nahe an der Pension bist und Bargeld hast, kaufe zuerst in die Pensionskasse ein (kein Jahresslimit), dann fülle die Säule 3a (Jahresslimit). Beides reduziert dein steuerbares Einkommen.

Versicherungsprämien und Sparzinsen — Pauschalabzug

Jeder Kanton gibt einen Pauschalabzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen. Die Beträge variieren nach Kanton, Zivilstand und ob du in die Säule 2 oder 3a einzahlst.

KantonAlleinstehend mit 2/3aVerheiratet mit 2/3a
AargauCHF 1'800CHF 3'600
ZürichCHF 2'600CHF 5'200
BernCHF 2'000CHF 4'000
SchwyzCHF 2'000CHF 4'000

Das sind Pauschalbeträge. Du brauchst keine Belege, musst nichts beweisen. Der Kanton gibt dir den Abzug automatisch.

Spenden — Geben kostet dich weniger

Spenden an anerkannte gemeinnützige Organisationen sind abzugsfähig. Das Minimum liegt meist bei CHF 100 pro Jahr (variiert pro Kanton). Darüber kannst du bis zu 20% des Einkommens abziehen.

Anerkannt bedeutet: Die Organisation hat Steuerbefreiung. Die grossen Schweizer Hilfswerke zählen alle: SRK, Caritas, Glückskette, UNICEF Schweiz, WWF und hunderte kleinere Stiftungen. Auch Spenden an politische Parteien sind in den meisten Kantonen abzugsfähig.

Du brauchst eine Spendenquittung, keinen Bankauszug. CasaFin erkennt Spendenquittungen automatisch beim Scannen.

Kinderbetreuung — wenn beide Eltern arbeiten

Kinderbetreuungskosten sind abzugsfähig bis CHF 10'100 pro Kind und Jahr (Bundeslimit). Das umfasst:

Bedingung: Beide Eltern müssen erwerbstätig sein. Wenn ein Elternteil weniger als 50% arbeitet, wird der Abzug anteilig reduziert. Alleinerziehende, die arbeiten, können den vollen Abzug geltend machen.

Die Bundeslimite ist CHF 10'100, aber einige Kantone erlauben mehr. Zug zum Beispiel bis CHF 12'000.

Liegenschaft — wenn du Eigentum hast

Wer eine Liegenschaft besitzt, hat die meisten Abzüge und die grösste Verwirrung. Was du abziehen kannst:

Krypto — ja, du musst deklarieren

Die Schweiz besteuert Krypto als Vermögen, nicht als Glücksspiel.

Ausländische Einkünfte

Wenn du im Ausland verdienst — Remote-Arbeit für eine ausländische Firma, Mieteinnahmen aus einer Wohnung in Spanien, Dividenden aus US-Aktien — musst du es in der Schweiz deklarieren. Doppelbesteuerungsabkommen verhindern in der Regel, dass du doppelt steuerst, aber melden musst du es trotzdem.

Das ausländische Einkommen wird in der Schweiz für die Steuerbestimmung herangezogen (das "Progressionsvorbehalt"-Verfahren), auch wenn es nicht direkt besteuert wird. Das heisst, ausländisches Einkommen kann dich in eine höhere Steuerstufe pushen.

Die Checkliste — 14 Belege die du brauchst

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Hinweis: Diese Informationen sind allgemein und ersetzen keine steuerliche Beratung. Massgebend sind die Bestimmungen deines Kantons und die Prüfung durch deine Treuhand.